Praxistest

Über das Projekt eKommunal

Das Projekt eKommunal richtet sich an Verwaltungen der Landkreise und Kommunen sowie an kommunale Eigenbetriebe in ganz Hessen, die zu mehr als 50 Prozent Eigentum der Gebietskörperschaften sind. Mit dem Projekt erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, den dienstlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen intensiv zu testen und wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung ihrer Mobilitätskonzepte zu ziehen. Verschiedene Hersteller stellen die Fahrzeuge kostenfrei zur Verfügung. Das Projekt knüpft unmittelbar an die positiven Erfahrungen der Praxistests in Hessen für BürgerInnen (ePendler) und für Unternehmen (eFlotte) an.
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Rahmenbedingungen werden besser

Investitionen und Sonderrechte für E-Fahrzeuge

Der Zeitpunkt für einen Praxistest ist günstig, denn die Elektromobilität nimmt immer mehr Fahrt auf. Dafür spricht auch das im April 2016 verabschiedete Konzept der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität in Deutschland. Dieses sieht neben den Kaufprämien von 4.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge bzw. 3.000 Euro für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge auch eine Förderung der Ladeinfrastruktur mit rund 300 Millionen Euro vor. Eine verbesserte Infrastruktur ist wichtig, um Elektromobilität auch in den Landkreisen und auf kommunaler Ebene voranzubringen. Das Elektromobilitätsgesetz (EMoG), das am 12. Juni 2015 in Kraft getreten ist, hat die Handlungsmöglichkeiten für die Elektromobilität auf kommunaler Ebene erweitert: So ist es möglich, für Elektrofahrzeuge
·         besondere Parkplätze an Ladestationen im öffentlichen Raum zu reservieren
·         Parkgebühren zu reduzieren oder zu erlassen
·         E-Fahrzeuge von bestimmten Zufahrtsbeschränkungen auszunehmen
Weitere Informationen finden Sie hier.
 

So funktioniert es:

Aufladen der Elektroautos

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Elektrofahrzeug aufzuladen:
Stromtankstellen: Gleichstrom-Schnellladepunkte ermöglichen ein Aufladen (etwa 80%) innerhalb von ca. 30 Minuten. Des Weiteren bieten öffentliche Ladestationen häufig einen mit bis zu 22 kW ausgestatteten Wechselstrom-Anschluss, an denen ebenfalls eine akzeptable Ladedauer möglich ist. Zudem sind Ladestationen meist mit Anschlüssen für 230 Volt für haushaltsübliche Schuko-Stecker ausgestattet. Die Nutzung von Elektrotankstellen ist einfach: Sie schließen das Elektroauto an der vorgesehenen Station an und geben die gewünschte Ladedauer ein. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Ladesysteme, die Bezahlsysteme sind unterschiedlich. Der Stadtwerkeverbund ladenetz.de ermöglicht das einfache Laden und Bezahlen über eine Ladekarte an allen Ladestationen des Verbunds. Derzeit gibt es rund 600 Ladepunkte von ladenetz.de sowie 7.000 weitere Ladepunkte von Stadtwerkepartnern.
Lademap und weitere Informationen: www.ladenetz.de

Für das Laden von E-Fahrzeugen an den dienstlichen Stellplätzen haben sich aufgrund der längeren Standzeiten der Fahrzeuge (insbesondere über Nacht) zwei Möglichkeiten durchgesetzt:
Schuko-Steckdose: Das Laden ist über jede haushaltübliche Schuko-Steckdose möglich,  das Laden dauert ca. 3,5 bis 12 Stunden. Ein Aufladen über Nacht ist  gut und sicher möglich. Auch ist es möglich, das E-Fahrzeug beispielsweise in der Betriebsgarage ohne spezielle zusätzliche Infrastruktur aufzuladen.
Wallbox: Automobilhersteller bieten zu ihren Fahrzeugen in der Regel auch die Installation einer speziellen Wallbox an. Diese ermöglicht eine höhere Ladeleistung (bis 22kW Wechselstrom-Ladung), so dass eine leere Fahrzeug-Batterie in ca. 3,5 bis 9 Stunden wieder vollgeladen ist.

Lange Zeit setzten die Hersteller auf unterschiedliche Steckersysteme. Doch in Europa gelten mit dem Typ-2-Stecksystem einheitliche Standards. Diese Standards werden in den technischen Vorgaben für neu zu errichtende öffentliche Ladepunkte in Deutschland seit März 2016 durch die Ladesäulenverordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) reguliert.

Weitere Stromtankstellen in Hessen finden Sie hier:

www.plugfinder.de
www.smarttanken.de
www.goingelectric.de/stromtankstellen
www.lemnet.org

Studie zur Elektromobilität der Fraunhofer ISI

Markthochlaufszenarien für Elektrofahrzeuge

Welcher Marktanteil an Elektrofahrzeugen ist in Deutschland bis zum Jahre 2020 zu erwarten? Dieser Frage geht die 2013 entstandene Studie nach. Dazu wird das ökonomische Potenzial von Elektrofahrzeugen unter Berücksichtigung von mehreren tausend realen Fahrprofilen konventioneller Fahrzeuge und technischen sowie ökonomischen Daten für verschiedene Szenarien erhoben. Hemmende Faktoren für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen, beispielsweise die begrenzte Reichweite und das limitierte Fahrzeugangebot, werden ebenso integriert wie fördernde Faktoren in Form einer Mehrpreisbereitschaft für eine innovative Technologie. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie sind:

Ein interessantes ökonomisches Potenzial weisen rein gewerbliche Flotten auf, die ca. 30 % des Neuwagenmarktes ausmachen. Die Gründe liegen in den entsprechenden Fahrprofilen mit oftmals planbaren Routen, den spezifischen ökonomischen Rahmenbedingungen wie dem Wegfall der Mehrwertsteuer, was sich gerade bei den höheren Kaufpreisen von Elektrofahrzeugen positiv auswirkt, und der hohen Relevanz der Wirtschaftlichkeit im Entscheidungsprozess bei der Fahrzeuganschaffung.

Verschiedene Politikmaßnahmen wie die Einführung von Sonderabschreibungsmöglichkeiten, eine Pauschalsubvention oder das Angebot zinsgünstiger Kredite könnten den Markthochlauf beschleunigen. Mit vergleichsweise überschaubarer finanzieller Förderung kann man bei gewerblichen Flotten ein deutliches Marktwachstum erzielen. Sonderabschreibungen bieten sich hier an. Allerdings erfordert eine umfassende Bewertung von Politikmaßnahmen auch die Analyse volkswirtschaftlicher Effekte. Diese werden in der vorliegenden Studie nicht betrachtet.

Zur Gruppe der Dienstwagennutzer, die einen relevanten Marktanteil von ca. 30 % bei den Neuwagen ausmachen und die insbesondere für das Pkw-Premium-Segment wichtig sind, liegen bislang wenig öffentlich verfügbare empirische Daten und Untersuchungen vor. Der Entscheidungsprozess ist komplex und noch wenig untersucht, da hier Firmen- wie auch Pkw-Nutzerinteressen in Einklang zu bringen sind. Das Umstellungspotenzial ist aus rein ökonomischer Sicht vermutlich beschränkt, da die Nutzer teilweise ungünstige Fahrprofile mit oftmals langen Einzelwegstrecken aufweisen. Im Dienstwagen-Bereich besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

Die Kurzfassung und weitere Ergebnisse der Studie finden Sie hier.
 

Elektromobilität im gewerblichen Einsatz

Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit steigen weiter

Die Akzeptanz elektromobiler Nutzung in Unternehmen steigt weiter. Die positiven Umwelteigenschaften der Elektrischen im eigenen Fuhrpark spielen dabei eine wachsende Rolle − und das nicht nur aus Image-Gründen, sondern auch aus ökonomischer Sicht.
Das Öko-Institut e.V. hat im Auftrag des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) eine Studie zur „Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr“ erstellt.

 

Das Ergebnis dieser Studie spricht für sich:

1.    Gerade elektrische Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in gewerblichen Fuhrparks können wirtschaftlich betrieben werden. Denn bei hohen Jahresfahrleistungen und langer Haltedauer lohnt sich schon heute der Einsatz von Elektrofahrzeugen wirtschaftlich.
2.    Könnte das Potenzial von 700.000 batterieelektrischen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2020 tatsächlich erschlossen werden, so wäre dies, unter der Voraussetzung einer vollständigen Bereitstellung des Strombedarfs aus regenerativen Energien, mit einer Minderung der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen im Jahr 2020 um ganze 2,6 Millionen Tonnen verbunden − ein Meilenstein der Energiewende.

Praxisbeispiel:

Elektromobilität im Umweltdezernat Frankfurt am Main

Frankfurt am Main: Zwei DezernentInnen teilen sich ein Elektroauto. Wenn es mit dem Fahrrad oder per ÖPNV nicht geht, dann kommt der e-Golf zum Einsatz. Rosemarie Heilig (Umwelt) und Stefan Majer (Verkehr) setzen als DezernentInnen auf den kommunalen Klimaschutz und arbeiten daran, den Verkehr in der Mainmetropole klimafreundlich weiterzuentwickeln. Elektromobilität kann hierzu beitragen.
„Es ist ein gutes Gefühl, ohne Lärm und Abgase mit einem PKW unterwegs zu sein“, sagt Rosemarie Heilig. „Für Fahrten in der Region wie etwa zu dienstlichen Terminen nach Wiesbaden kann ich das E-Auto gut gebrauchen.“ Das Fahrzeug benötigt sie nicht täglich, daher ist Carsharing mit dem benachbarten Verkehrsdezernat die entsprechend ressourcenschonende Alternative.
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Der Wagen zieht gut, Überholen ist kein Problem, ist leise und fährt sich einfach prima. Die Reichweite ist mit rund 200 Kilometern vollkommen ausreichend. Lediglich im Winter, wenn die Heizung zugeschaltet werde, sinke die Reichweite. Hier wünscht sich Heilig von der Automobilindustrie noch Verbesserungen.
Doch für die üblichen Strecken einer Stadtverwaltung sind Elektroautos absolut alltagstauglich – auch in der kalten Jahreszeit. Daher setze die Frankfurter Stadtverwaltung vermehrt auf Elektromobilität. Beispielsweise kommen im Umweltamt oder beim Grünflächenamt immer mehr E-Fahrzeuge zum Einsatz.
Das ist auch gut so, denn so gelingt auch das Carsharing umso leichter: Wenn Rosemarie Heilig und Stefan Majer das Elektroauto gleichzeitig benötigen, dann steht notfalls ein zweites Fahrzeug bereit.

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